4. Auszüge aus dem Buch (8)

Übersicht

  • Worin besteht eigentlich der Sinn des Lebens?
  • Ist die Seele des Menschen ‚unsterblich‘?
  • Das Streben nach „tieferer“ Erkenntnis (… nach dem, was hinter den Erscheinungen der Welt verborgen ist)
  • Versuche, die christliche Lehre gegen rationale Einwände zu verteidigen
  • Das Weltbild der Menschen im Wandel der Zeiten
  • Gebete sind keine Zwiegespräche mit Gott
  • Die psychische Prägung durch religiöse Indoktrination im Kindesalter
  • Die Kriminalitätsgeschichte der Katholischen Kirche


Worin besteht eigentlich der Sinn des Lebens?


Menschen wird seit jeher von Glaubensgemeinschaften suggeriert, das Leben müsse, da wir alle Geschöpfe Gottes seien, einem höheren Sinn dienen. Sie meinen auch zu wissen, worin der Sinn des Lebens besteht und fordern dazu auf, ein gottgefälliges Leben im Glauben an einen GOTT und unter Beachtung der von seiner Kirche verfassten Lehre zu führen.

Jedem Menschen ist natürlich unbenommen, sein Leben in Demut vor einem heiligen Wesen zu führen und darauf zu vertrauen, auf diese Weise einem höheren Zweck zu dienen, allerdings bleibt ihnen dann vieles versagt, wofür Menschen evolutuonär geschaffen sind und was sie vor allen anderen Lebewesen auszeichnet:

Menschen können – wenn sie selbstbewußt ihrem Verstand folgen – ein selbstbestimmtes und in diesem Rahmen auch sinnerfülltes Leben entspr. ihren Bedürfnissen, Neigungen und Vorlieben (in Verantwortung gegenüber den Mitmenschen) führen, und zwar frei von weltfremden Illusionen, frei von fragwürdigen metaphysischen Spekulationen und frei von dogmatischer Bevormundung.

Wer sich jetzt fragt, wie er seinem irdischen Leben einen Sinn verleihen kann, dem entgegne ich, dass es dafür verständlicherweise kein Patentrezept gibt, das für alle Menschen passt. Jeder muss entsprechend seinen individuellen Anlagen und Fähigkeiten, seinen besonderen Interessen, Vorlieben und Befindlichkeiten und nicht zuletzt seiner sozialen Ausgangsbedingungen seinen eigenen Weg finden. 

Seinem Leben einen Sinn geben heißt für mich,  sich bereits in jungen Jahren und auch später immer wieder Antworten auf grundlegende  Fragen zu geben, insbesondere von der Art: „Wie kann ich mich in dieser Welt verlässlich  zurechtfinden und was will ich aus meinem Leben machen?“ Dabei steht es jedem Menschen völlig frei, welche Ausrichtung er seinem Leben geben  will. Das schließt selbstverständlich auch eine von religiösen Vorstellungen geprägte Lebensorientierung mit ein.

Im Zentrum der Lebensplanung von Menschen steht sicher zunächst die Frage, was man privat und beruflich im Leben erreichen will, aber mindestens ebenso bedeutsam sind folgende Fragen:


  • Wie lerne ich die Welt zu verstehen?

Auf welche Weise will ich mir im Leben eine mit den Realitäten übereinstimmende, abgewogene Meinung bilden über das, was an religiösen Bekenntnissen, diversen Weltanschauungen, philosophischen Betrachtungen, naturwissenschaftlichen Theorien und simplen Behauptungen über angebliche Geschehnisse in der Welt (eher) wahr ist oder (eher) nicht? 

Nicht jeder Mensch wird im Erlernen dieser Fähigkeit eine Meisterschaft erlangen, allerdings wird das auch nicht nötig sein, es reichen schon Grundkenntnisse aus, um nicht auf Scharlatane, Heilsverkünder und jede Art von Halunken, die nur ihren eigenen Vorteil kennen, hereinzufallen. Die Welt ist voll von derartigen Typen.

Fortgeschrittene werden auch unterscheiden können zwischen dem, was in der Welt Fakt – zuverlässiges Wissen – ist und dem, was an Behauptungen auf ihre Wahrhaftigkeit hin nicht überprüfbar und wenig glaubhaft oder sogar ausgedachter Schmarren ist. Sie werden zudem gelernt haben, was der entscheidende Unterschied zwischen Wissen und Glauben ist: Wissen bezieht sich auf gesicherte Erkenntnisse zu Erscheinungen in der realen Welt, Glauben auf rein fiktive Vorstellungen über eine „jenseitige“ Welt, über die zuverlässige (durch Fakten belegte) Aussagen nicht möglich sind.


–   Wie weit bin ich bereit, mir zwecks Befolgung antiker religiöser Ge- und Verbote vorschreiben zu lassen, wie ich mein Leben zu führen habe?

–   Welche Rolle will ich generell meinem Verstand bzw. der Vernunft im Leben einräumen? Wie ratsam ist es, in Fragen der Lebensorientierung und der allgemeinen Lebensgestaltung auf einen Glauben oder sein Gefühl zu setzen?

–   Welche Wertvorstellungen mache ich mir zu eigen? Orientiere ich mich dabei an den Grundwerten unserer Verfassung oder an dem archaischen Gedankengut von Religionen?

–   Was liegt mir im Leben besonders „am Herzen“? Was sind meine Ideale? Für welche Ideen möchte ich mich im Leben besonders einsetzen?

–   Wie lerne ich es, mit meinen Begierden und Leidenschaften angemessen umzugehen und mich nicht auf unkalkulierbare, gefährliche Risiken in meinem Leben einzulassen?

–   Führe ich ein Leben, das den ethisch- moralischen Anforderungen, die ich an mich stelle, gerecht wird? 

–   Genieße ich die von mir gewünschte Anerkennung und Wertschätzung meiner Mitmenschen?

–   Bin ich mir bei allem, was ich im Leben tue, immer bewußt, dass ich allein für mein Leben Verantwortung trage? Bin ich mir auch bewusst, wem ich im Leben vieles und vor allem, wem ich letztlich alles – das Leben selbst – zu verdanken habe und folgt daraus nicht, dass wir alle – komme was wolle und ohne dass es dazu einer religiösen Aufforderung bedarf – den Eltern schulden, sie in Ehren zu halten und ihnen in Not und Leid beizustehen?

–   Was soll von mir in Erinnerung bleiben? 

Diese und viele andere Fragen werden sich Menschen, die ihr Leben selbstbewusst in eigener Verantwortung gestalten wollen, im Verlauf des Lebens immer wieder stellen und dabei auch selbstkritisch Bilanz ziehen, was man im Leben bereits erreicht hat und woran man noch ‚arbeiten‘ muss. Nur so wird man am Ende des Lebens sagen können, man habe trotz aller Widrigkeiten und mancher Rückschläge ein vielleicht nicht sorgenfreies, aber doch weitgehend sinnerfülltes Leben gemäß seinen inneren Überzeugungen und guten Vorsätzen geführt, oder m.a.W., man habe das Beste aus seinem Leben gemacht!


Ist die Seele des Menschen ‚unsterblich‘?


Der Begriff „Seele“ ist mehrdeutig. Er hat im religiösen Kontext eine andere Bedeutung als im allgemeinen Sprachgebrauch. Im alltäglichen Umgang wird er meist als Synonym für das Wesen eines Menschen mit allˋ seinen geistigen, charakterlichen und emotionalen Eigenschaften verstanden. Danach ist die Seele eines Menschen wie sein Geist und Körper vergänglich.

Hingegen ist mit dem Begriff der„Seele“ nach christlicher Lehre etwas Immaterielles gemeint, das als Inbegriff für das individuelle Wesen eines Menschen dient, real existiert und über den Tod eines Menschen hinaus fortbesteht.

Eine solche Vorstellung von Seele teile ich nicht. Es handelt sich dabei um antikes Gedankengut, das mit unserem heutigen Wissen um die physikalischen Gesetze in der Natur nicht vereinbar ist.

Wir wissen heute, dass Geist und Körper des Menschen untrennbar miteinander verbunden sind, geistige Tätigkeit eines Menschen also nicht ohne ein funktionsfähiges Gehirn möglich ist. Da die Wesenszüge eines Menschen vor allem geistige Merkmale sind und sich nur in einem lebenden Organismus entwickeln können, kann man von der Existenz einer Seele als „Inbegriff für das individuelle Wesen eines Menschen“ auch nur sinnvoll sprechen, solange diese einen „Besitzer“ (ihren Sitz im Körper eines Menschen) hat, dem bestimmte Wesenseigenschaften zu eigen sind; m.a.W., ein funktionsfähiges Gehirn in einem lebenden menschlichen Organismus ist notwendige Voraussetzung für ein mögliches Seelenleben. Mit dem Tod endet unwiderruflich das, was Christen als Seele bezeichnen.

Die Annahme, dass Menschen über eine „unsterbliche Seele“ verfügen, widerspricht folglich jeglicher Vernunft, sie ist ein Hirngespinst, eine im wahrsten Sinne des Wortes „fixe Idee“.


Das Streben nach „tieferer“ Erkenntnis (… nach dem, was hinter den Erscheinungen der Welt verborgen ist)


Seit der Antike sind Philosophen und religiöse Vordenker auf der Suche nach tieferer Erkenntnis über die Welt und das Leben. Die Einen haben zu diesem Zweck hauptsächlich ihren Verstand und ihre intuitive Vorstellungskraft bemüht, die Anderen ihren Hang zur Gottgläubigkeit, indem sie fest behaupten, die Wahrheit und damit der tiefere Sinn menschlichen Seins sei in den Ihnen zuteil gewordenen göttlichen Offenbarungen zu finden.

Allen Denkern, die derartige Betrachtungen anstellen, ist die Überzeugung gemeinsam, es sei den Menschen möglich, die hinter den Erscheinungen in der Welt liegenden Rätsel auf spirituelle Weise zu lösen und intuitiv zu erkennen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“.

Im Bereich der Metaphysik (der Lehre vom Ursprung und Sinn des Seins, damit gemeint ist die mentale Beschäftigung mit Fragen nach dem, was hinter der Wirklichkeit als wahrer Grund allen Seins verborgen ist) bieten sich Philosophen geistige ‚Spielwiesen‘, in denen sie ihrer Phantasie, ihrem inneren Gefühl, ihrem grenzenlosen Streben nach einer Wahrheit jenseits der erfahrbaren Welt freien Lauf lassen können, ohne an die strengen Regeln von Vernunft / Verstand, der Stringenz logischer Schlüsse, der Evidenz behaupteter Fakten und den Zwang zur Begründung für Behauptungen gebunden zu sein. Das Ergebnis sind hoch spekulative Abhandlungen zu Fragen, auf die es keine auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfbaren Antworten gibt, und die daher nur zu Verwirrung, Meinungsstreitigkeiten und Fehden unter den Menschen führen.

Ohne auf die vielen unterschiedlichen Denkrichtungen im einzelnen eingehen zu müssen, wird wohl niemand ernsthaft bezweifeln können, dass es zwar unzählige Versuche gibt, die Welt und die Bestimmung der Menschen in dieser Welt mit religiösen und philosophischen Betrachtungen zu erklären, alle aber unter demselben Mangel leiden, nämlich, nur für ihre Anhänger glaubwürdig zu sein, von allen anderen Konkurrenten im Wettbewerb der Meinungen aber abgelehnt zu werden. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, weil diesen Lehren gemeinsam ist, dass Teile ihrer Grundaussagen nicht durch Fakten belegt sind und damit rein fiktiven Charakter tragen.

Demgegenüber ist folgendes festzustellen:

Die einzig sichere Methode, um zuverlässige Erkenntnisse über die Welt und das Dasein der Menschen in dieser Welt zu gewinnen, bieten die Naturwissenschaften. Zwar hat die Geschichte  der Naturwissenschaften gezeigt, dass trotz der erzielten höchst beindruckenden Erfolge die dort gewonnenen Erkenntnisse nicht immer Bestand haben. Das hat zu der Einsicht geführt, dass empirisch gewonnene wissenschaftliche Erkenntnisse zwar häufig gut begründet, niemals aber als absolut gültige Aussagen bewiesen werden können und auf ewig Bestand haben (bekanntes Beispiel: die Ablösung des von Isaac Newton begründeten kosmologischen Weltbildes durch die Relativitätstheorie Albert Einsteins).

Dieser Einsicht trägt die von dem amerikanischen Philosophen Karl Popper in der Mitte des 20. Jahrhunderts begründete Lehre des Kritischen Rationalismus* Rechnung.

[Zur Bedeutung dieser Lehre im Bereich der Erkenntnistheorie gibt ChatGPT nähere Auskunft.]

Danach verdienen wissenschaftlich erhobene Befunde das Vertrauen in ihre allgemeine Gültigkeit, wenn es sich einerseits um prinzipiell widerlegbare und andererseits um gut empirisch bzw. experimentell belegte verallgemeinernde Aussagen zu den Erscheinungen in der realen Welt handelt, solange diese nicht durch neuere wissenschaftliche Befunde widerlegt (falsifiziert) bzw. ernsthaft (rational nachvollziehbar) in Frage gestellt werden.

[Diese Formulierung hebt sich zwar von der üblichen Charakterisierung der Lehre vom Kritischen Rationalismus als einer Methode zur Falsifikation von – naturwissenschaftlich überprüfbaren – Theorien (zur Natur der Erscheinungen in der Welt und zu den kosmologischen Phänomenen) ab, gibt aber am besten die lebenspraktische Bedeutung dieser Lehre wieder.]

Verallgemeinernde Aussagen über Erscheinungen in der Natur, die mit den Methoden der Naturwissenschaften gewonnen werden, sind – unter den vorgenannten Einschränkungen – allgemein gültige, von jedermann anzuerkennende Erkenntnisse (Wahrheiten), die für rational denkende Menschen das Fundament ihrer Orientierung in der Welt sind.

Die konsequente Anwendung der Lehre des Kritischen Rationalismus hat logisch zwingend zur Folge, dass zuverlässige Aussagen zu Dingen, die empirisch bzw. experimentell nicht mit Fakten abgesichert werden können (also Aussagen zu Dingen jenseits der Erscheinungsformen in dieser Welt, das betrifft vor allem viele zentrale Glaubensinhalte von Religionen), nicht möglich sind. 

Folgt man dieser Lehre, dann hat das für religiöse  Lehren und für metaphysische Abhandlungen äußerst folgenreiche Konsequenzen: Da ihre Narrative nicht auf überprüfbaren Fakten beruhen, haben diese weder das Vertrauen der Menschen in ihre Wahrhaftigkeit noch eine besondere Wertschätzung ihrer auf zweifelhaften Annahmen beruhenden Aussagen bzw. religiösen Lehrinhalte verdient.

Davon betroffen sind nicht nur religiöse, auf nicht glaubhaften Quellen beruhende Phantastereien, sondern auch philosophische Gedankenspiele hoch angesehener Denker, die sich bei ihren Betrachtungen zu metaphysischen Themen offenbar nicht bewusst waren, dass es sich bei ihren Abhandlungen teilweise weder um evidente noch hinreichend plausible Theorien, sondern um absolut beliebige (frei erfundene), außerhalb unserer Erfahrung liegende (also durch Nichts begründete bzw. glaubhaft gemachte) bloße Behauptungen bzw. Spekulationen handelt (mit gleichem ‚Recht‘ könnte man jeder beliebigen anderweitigen spinnerten Idee das Wort reden!).

Es gibt noch einen weiteren rationalen, logisch zwingenden Grund, warum von metaphysischen Lehren kein Erkenntnisgewinn zu erwarten ist:

Die in der Philosophie über mehr als zwei Jahrtausende währende Tradition, nach Wegen  zu suchen, die Geheimnisse der Welt jenseits der uns experimentell zugänglichen vertiefenden Einsichten in die realen Gegebenheiten der Welt zu entschlüsseln und den wahren Grund allen Seins zu erkennen, kann nur als ein völlig aussichtsloses Unterfangen angesehen  werden, da die Menschen erdgebundene, keine göttlichen Wesen sind und Ihnen nur der Blick auf die Natur als ein mit dieser Natur verhaftetes Wesen möglich ist

Um letzte Erkenntnisse über den Ursprung der Welt und die Bestimmung der Menschen darin zu gewinnen, reicht dieser Blickwinkel definitiv nicht aus. Wir werden nie erfahren, was den ‚Urknall‘ ausgelöst hat und ob der Entstehung des Kosmos und dem Leben auf dem Planeten Erde irgendein Plan zugrunde liegt, der dem Ganzen einen Sinn verleiht! Ich halte es daher für einen groben Denkfehler, wenn Philosophen meinen, dass sie mit der Kraft ihres Verstandes über Dinge, die außerhalb unseres mit wissenschaftlichen Methoden erschließbaren ‚Gesichtsfeldes‘ liegen, allgemeingültige – wahre – Aussagen treffen könnten. 

Im  Streben nach Allwissenheit sind den Menschen unüberwindbare Grenzen gesetzt. Wir sind nicht das von einem numinosen (heiligen) Wesen erschaffene Geschöpf, das mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet ist, sondern ein aus einfachsten Lebensformen hervorgegangenes, bestmöglich an die Umwelt angepasstes Lebewesen. Es besteht nach den Erkenntnissen,  die wir der Evolutionstheorie verdanken, kein Grund anzunehmen, dass wir im Verlauf der Evolution die Fähigkeit erworben haben könnten, einen Blick über die erforschbare reale Welt hinaus tun zu können und zutreffende Aussagen über Dinge jenseits dieser Wirklichkeit machen zu können. 

Jene Leute, die dieser Aussage nicht zustimmen können, sollten den Menschen erklären, woher Denker die Fähigkeit zu außergewöhnlichen metaphysischen Einsichten haben sollten, für die es keine faktischen Belege gibt.


Karl Popper, Philosoph, Begründer des Kritischen Rationalismus

Versuche, die christliche Lehre gegen rationale Einwände zu verteidigen


Theologen wenden vielfach gegenüber einer am Wortlaut der Bibel ansetzenden rationalen Kritik ein, die übermittelten, von Gott inspirierten Botschaften seien häufig nicht wörtlich gemeint, es handele sich vielmehr um Metaphern (Sinnbilder), deren versteckte Bedeutung durch Auslegung zu ergründen sei.

Auf diese Weise sind sie bemüht, die aufgezeigten Irrtümer, Widersprüchlichkeiten und Absurditäten zu entkräften, indem sie den biblischen Texten einen Sinn beilegen, der ihren Absichten dienlich ist. Vielfach entsteht beim Leser dieser Werke der Eindruck, dass der Auslegung keine Grenzen gesetzt sind und der wörtliche Sinngehalt von Bibelstellen in ihr genaues Gegenteil verkehrt wird.

Dazu ist im einzelnen folgendes zu bemerken: 

Zunächst: Warum sollte Gott (auf der Grundlage christlicher Glaubenslehre) Botschaften an die Menschen senden, die anders gemeint sind als sie nach dem Wortlaut allgemein verstanden werden? Es dürfte auch kaum ernsthaft zu bestreiten sein, dass die Evangelisten die überlieferten Glaubensinhalte – zumindest in den Kernbotschaften – so weitergeben wollten, wie diese von den Gläubigen innerhalb der damaligen Glaubensgemeinden allgemein verstanden wurden. 

Es ist daher wenig glaubhaft anzunehmen, es handele sich bei all‘ den wunderbaren Geschehnissen, über die sie berichten, um den Evangelisten selbst nicht bewusste (oder von ihnen absichtlich) verschlüsselte göttliche Botschaften. Wer wäre nach dieser Sichtweise denn überhaupt berufen, die hinter dem Wortlaut versteckte göttliche Wahrheit zu erkennen und zu verkünden? 

Es hat zwar an Theologen, die sich zur Einfühlung in göttliches Wollen für befähigt gehalten haben, zu keinen Zeiten gefehlt, sie sind allerdings – das wird Niemanden verwundern – im Rahmen ihrer exegetischen (Exegese: Auslegung von Texten) Bemühungen zu höchst unterschiedlichen Interpretationen biblischer Texte gekommen. Man schafft auf diese Weise keine Klarheit über Glaubensinhalte, sondern nur zusätzliche Verwirrung. Die Frage, woran man eigentlich glauben soll, wird für die Gläubigen auf diese Weise nicht befriedigend beantwortet.

Fazit: Die Methode, sich einerseits mittels hermeneutischer (interpretativer) Kunstgriffe von problematischen Bibeltexten abzusetzen, um damit andererseits zentrale Glaubensinhalte nicht aufgeben zu müssen, löst nicht das Problem mit der rationalen Kritik an der Glaubenslehre, ohne neue Fragen an die Glaubwürdigkeit speziell dieser Lehrauffassungen aufzuwerfen.


Das Weltbild der Menschen im Wandel der Zeiten


1. Frühzeit

In der frühen Menschheitsgeschichte haben die Menschen intuitiv nach einer Erklärung für die  Naturgewalten gesucht und in ihrer Einfalt vielfach an unsichtbare Geister, an Fabelwesen und an magische Kräfte geglaubt. Solche Vorstellungen werden heute nur noch von wenigen Menschen geteilt.

2. Antike – Die Entstehung des Glaubens an einen allmächtigen Gott 

Im weiteren Verlauf der Geschichte entwickelte sich in großen Teilen der „Alten Welt“ zunächst der naive Glaube an Götter, die das Naturgeschehen lenken. Es entstanden daraus zunehmend komplexere Formen von Kulten, die dann im Verlauf vieler Jahrhunderte in großen Teilen der Welt vom Judentum, Christentum und Islam verdrängt wurden. 

Diese Religionen üben bis heute weltweit einen großen Einfluss auf das Denken der Menschen aus. Sie weisen trotz aller Unterschiede einige Gemeinsamkeiten auf: die Anhänger verehren und beten einen allmächtigen Gott an, der die Welt erschaffen hat, und glauben fest daran, dass sich Gott den Menschen in ihren heiligen Büchern offenbart hat, er an ihrem Leben Anteil nimmt und sie im Glauben an seine Allmacht und Güte auf ein ewiges Leben hoffen dürfen.

3. Antike – Versuche, die Welt auf philosophische Weise zu ergründen

In der Antike traten in Griechenland und anderen Regionen der Welt Denker auf, die mit Hilfe von metaphysischen (transzendenten / über die Wirklichkeit hinausgehenden) Betrachtungen die Welt zu ergründen suchten. Es bildeten sich zahlreiche Denkschulen, die – wie bei den Religionen – nur eines gemeinsam haben, dass ihre Lehren von den Anhängern anderer Denkrichtungen strikt abgelehnt werden. 

Die Tradition, metaphysische Betrachtungen in der Philosophie anzustellen, besteht in modifizierter Weise bis heute fort, ohne dass sich daraus ein für jedermann sichtbarer bzw. nachvollziehbarer Erkenntnisgewinn zu dem, was sich hinter den Erscheinungen der Welt verbirgt und dem Leben Sinn verleiht, ergeben hat.

4. Neuzeit – Moderne

In weltoffenen Gesellschaften ist zu beobachten, dass sich in den letzten 200 Jahren zunehmend eine (kritisch-) rationale Sichtweise auf die Welt herausgebildet hat. Begünstigt wurde diese  Entwicklung durch mehrere Faktoren : 

–  den tiefgreifenden Prozess der Säkularisierung (Verweltlichung und Befreiung von religiöser Bevormundung in allen Lebensbereichen),

–  die Verbreitung der Ideen der Aufklärung (18. Jahrhundert, Leitspruch frei nach Immanuel Kant: Befreie Dich von deiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, indem du deinen eigenen Verstand gebrauchst!), und nicht zuletzt

die außerordentlichen Fortschritte in Wissenschaft und Technik.

Die Menschen erkennen nunmehr überwiegend an, dass es in der Natur Gesetzmäßigkeiten gibt, die das Naturgeschehen als natürliche Abfolge von Ereignissen erscheinen lassen und sich, wenn man über alle dafür notwendigen Informationen verfügt, sämtliche Erscheinungen und Vorgänge in der Natur aus den in ihr selbst angelegten Strukturen und Gesetzmäßigkeiten erklären lassen. Der Glaube an übernatürliche Phänomene (Gott greift in wundersamer Weise in das weltliche Geschehen ein) wird damit als naiv und haltlos  zurückgewiesen.

Folgt man dieser Ansicht, dann ist das mit den Methoden der Naturwissenschaften erlangte (und in Zukunft durch Forschung noch erweiterbare) vertiefte Wissen über die Erscheinungsformen und Ursache-Wirkung-Zusammenhänge in dieser Welt (unter  bestimmten Voraussetzungen) als zuverlässige Grundlage aller Erkenntnis anzuerkennen und allen davon abweichenden religiösen oder metaphysischen Aussagen vorzuziehen.

Mit dieser Denkweise eng verbunden ist die Überzeugung, dass den Menschen in ihrem Streben nach Allwissenheit Grenzen gesetzt sind, weil ein Blick hinter die Welt der Erscheinungen definitiv nicht möglich ist: wir werden niemals ergründen können, was vor der Entstehung des Weltalls war, was dieses Ereignis ausgelöst hat und ob dieses Geschehen einem „höheren“ Zweck dient.

Anhänger dieser Denkrichtung lehnen daher alle religiösen und metaphysischen (transzendenten) Lehren bzw. Theorien, die vorgeben, tiefere Einsichten über Dinge jenseits der Welt der Erscheinungen zu haben, als beliebige (spekulative) Gedankenspielerei (als mentalen Hokuspokusstrikt ab.

5. Was folgt letztendlich aus alledem?

Wenn es im Leben darum geht, nach welchen Leitvorstellungen die Menschen ihr Leben gestalten wollen und unter welchen Voraussetzungen sie bereit sind, überkommende Weltanschauungen (wissenschaftliche Theorien, philosophische Lehren, politische Ideologien) zu übernehmen, stellen sich neben ethisch – moralischen Fragen an die Theorie auch solche, die von der Vernunft her zu beantworten sind. Folgt man der hier vertretenen kritisch-rationalen Sicht lassen sich diese Fragen wie folgt formulieren:

–  Ist die Theorie so gefasst, dass sie zwecks Sicherung einer möglichst universalen Anerkennung Erkenntnisse über Erscheinungen in der Welt vermittelt, die auf überprüfbaren Fakten beruhen?

–  Hält die Theorie einer kritischen Prüfung im Hinblick darauf stand, dass die von ihr behaupteten vertieften Erkenntnisse über Erscheinungen in dieser Welt mit den Realitäten übereinstimmen?

– Wenn noch keine zuverlässigen Fakten vorliegen bzw. noch kein geignetes Prüfverfahren verfügbar ist, können für die Akzeptanz einer Theorie folg. Faktoren relevant sein: 

– die Evidenz ihrer Übereinstimmung mit den bisherigen (vorläufigen) Erkenntnissen oder

– eine nach strenger Prüfung nicht widerlegte Plausibilität der Theorie

oder

– das Maß der Wahrscheinlichkeit, dass die von der Theorie behaupteten Fakten zutreffen. Diese Methode setzt voraus, dass sich die Wahrscheinlichkeiten in zuverlässiger Weise abschätzen lassen.

In Zweifelsfällen gilt der allgemeine Grundsatz, dass von mehreren zur Wahl stehenden Theorien zur Erklärung einer bestimmten Erscheinung in der Welt (das können auch Naturkräfte oder Ursache-Wirkung-Zusammenhänge in der Natur sein) vermutlich diejenige wahr ist, die ohne zusätzliche Annahmen auskommt (in der Philosophie bekannt als „Ockhams Rasiermesser“).


Gebete sind keine Zwiegespräche mit Gott


Die KK lehrt, der christliche Glaube könne den Menschen, wenn sie sich in Gebeten an Gott wenden, Trost spenden und ihnen Hoffnung geben, z.B., um mit persönlichem Leid, Trauer, Schicksalsschlägen und der Angst vor dem Tod umgehen zu können. Den Gläubigen wird suggeriert, dass in Gebeten eine persönliche Kommunikation mit Gott stattfindet und dieser am Schicksal der Menschen Anteil nimmt. Wahre Gläubige glauben fest daran, dass Gott sich im Gebet ihrer Not annimmt und sie in ihrem Leid nicht im Stich lässt. Sie fühlen sich Gott nahe und meinen, seine Gegenwart zu spüren wie in einem real stattfindenden Zwiegespräch.

Solche Vorstellungen sind aus rationaler Sicht völlig abgehoben und mit dem, was im Gehirn beim GEBET tatsächlich abläuft, nicht vereinbar. Es gibt dafür eine schlichte natürliche Erklärung: Die Stimme Gottes, die Gläubige im Innern zu hören meinen, ist nichts weiter als die eigene innere Stimme, eine in der Vorstellung vorhandenen innere Instanz, die in der Not angerufen werden kann und den Menschen mal als „Kummerkasten“, mal als Tröster in Not, mal als „Muntermacher“, nicht zuletzt auch als Mutmacher dient, den Kampf gegen Not und Leid aufzunehmen.

Es handelt sich dabei um eine in allen Menschen angelegte, in der Medizin und in der Psychotherapie allgemein anerkannte Fähigkeit zur positiven Selbststimulierung, die Menschen in vielen Lebenslagen hilft, Hoffnung zu schöpfen, neuen Lebensmut zu fassen, neue Kräfte zu mobilisieren, Krisen zu überwinden und positiv in die Zukunft zu schauen.

Diese Kraft vermag nicht selten Erstaunliches zu bewirken. Dazu bedarf es keines Glaubens an ein imaginäres Wesen, von dem behauptet wird, dass es Menschen in Not beisteht. Wunder sind allerdings von dieser inneren Kraft genau so wenig zu erwarten wie von Gebeten. Auf göttlichen Beistand und damit auf ein Wunder zu hoffen, ist naiver Selbstbetrug.

Die KK kann sich trotz der heute wissenschaftlich unbestritten existierenden Selbstheilungskräfte, über die jeder Mensch verfügt, nicht von ihren antiken Vorstellungen freimachen, und hält die Mär aufrecht, Gott werde sie in seiner „unermeßlichen Güte“ in Gebeten erhören und werde ihnen in ihrer Not beistehen. Wie naiv muss man eigentlich sein, um das zu glauben? Das Leben behandelt alle Menschen in Leid und Not gleich.

Folgt man der hier vertretenen Ansicht, dann hängt es maßgeblich von der Grundeinstellung jedes Menschen ab, wie er mit Kummer und Leid im Leben und dem Wissen um den Tod umzugehen weiß. Wer danach nicht oder nur unzureichend über die Fähigkeit verfügt, Missgeschicke und die Vorstellung von der Endlichkeit allen Lebens zu ertragen, der kann zwar bei starkem Glauben im Gebet Trost finden, allerdings nur, indem er die Augen vor den Realitäten des Lebens verschließt und sich in ein irrationales Wunschdenken flüchtet. Das ist nicht ungefährlich, da Gläubige sich damit der Gefahr aussetzen, auf grossmäulige selbsternannte Heilsverkünder aller Art hereinzufallen, deren Geschäft es ist, die Naivität und grenzenlose Leichtgläubigkeit ihrer Mitmenschen zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Fazit: Menschen müssen frühzeitig lernen, das Leben so zu nehmen wie es ist. Der Glaube an ein höheres Wesen, an Wunder, an die heilsame Wirkung von Gebeten und auf ein ewiges Leben vermag an den Realitäten des Lebens nichts zu ändern.

[Wer im Leid Hilfe sucht, der ist sicher gut beraten, sich so zu verhalten, wie das wohl jeder vernünftige Mensch in dieser Situation tut: zunächst – soweit immer möglich – sich selbst Mut machen und nicht die Hoffnung verlieren, ferner sich denjenigen anvertrauen, die ihnen nahe stehen, mit ihnen mitfühlen und Ihnen beistehen, und nicht zuletzt – soweit angezeigt – die Hilfe professioneller Dienste, denen man uneingeschränkt vertrauen kann, in Anspruch nehmen.]


Die psychische Prägung* durch religiöse Indoktrination** im Kindesalter


* „Unter Prägung versteht man in der Verhaltensbiologie – im Tierreich – einen prägenden Lernprozess in einer frühen, sensiblen Phase des Lebens… Auch beim Menschen gibt es Prägung, allerdings ist sie weniger starr als bei Tieren…Der entscheidende Unterschied zum Tier: Beim Menschen ist Prägung weniger irreversibel und es gibt mehr Spielraum für spätere Veränderungen (z.B. durch Therapie, neue Erfahrungen). Dennoch zeigt die Forschung, dass frühe Prägungen tiefe, lange nachwirkende Spuren hinterlassen.“ Zitat zum Suchbegriff „Prägung“, DeepSeek

** „Indoktrination bedeutet, jemandem systematisch und oft zwanghaft eine bestimmte Ideologie, Weltanschauung oder Meinung aufzuzwingen. Ziel ist es, kritisches Denken zu unterdrücken und die Person zu überzeugen, ohne dass sie alternative Sichtweisen prüfen kann.“ Zitat zum Suchbegriff“Indoktrination“, DeepSeek

Die kirchliche Tradition, Kinder bereits mit der Taufe in die Kirche aufzunehmen, sie früh an die Katholische Kirche zu binden, indem ihre Geistlichen im Rahmen kirchlicher Veranstaltungen zur Unterweisung in den christlichen Glauben auf die religiöse Erziehung der noch lebensunerfahrenen Kinder in suggestiver Weise – mittels Indoktrination – massiv Einfluß nehmen, ist hoch bedenklich.

Geistliche propagieren reine Phantasieprodukte als reale Dinge des Lebens wie zum Beispiel ‚ewiges Heil‘, Gnade Gottes, Auferstehung, Himmelfahrt, die Vergebung von Sünden etc. als Teil göttlicher Offenbarungen, alles Dinge, die nur in der Vorstellung von Gläubigen existieren. Sie fühlen sich berufen, diese religiösen Phantasiegebilde für heilig – unantastbar – zu erklären und Menschen, vor allem auch ahnungslose Kinder, zu diesen Glauben zu bekehren. Sie tun das mit einer nach außen getragenen Selbstüberzeugung, die keine Zweifel und schon gar keinen Widerspruch zulässt. Es handelt sich dabei um eine zwar sehr raffinierte und wirksame, aber vor allem manipulative Methode, nämlich der frühkindlichen >Indoktrination<.

Die Indoktrination von Kindern (die noch nicht über die erforderliche geistige Reife verfügen) dient der KK dazu, um ihre Lehre von Generation zu Generation weiterzugeben. Diese Methode ist, wenn sie mit einer christlichen Erziehung durch die Eltern einhergeht, hoch wirksam. Für Kinder sind auch Geistliche Autoritäten, denen sie uneingeschränkt vertrauen.

Die religiöse Unterweisung in den christlichen Glauben, die keine Zweifel an den Glaubensinhalten zulässt, bewirkt, dass sich das Bekenntnis zum christlichen Glauben tief in das Bewusstsein einprägt und im noch in der Entwickung befindlichen Gehirn von Kindern Mechanismen auslöst, die dazu führen, dass später aufkommende Zweifel an Glaubensaussagen quasi reflexartig (entsprechend einem im Gehirn vorprogrammierten Handlungsmuster) abgeblockt werden.

Auf diese Weise gelingt es Glaubensgemeinschaften, Kinder in ihren Bann zu ziehen, aus dem diese sich häufig – je nach Dauer und Intensität der religiösen Unterweisung – ihr Leben lang nicht befreien können. Das Bedenkliche daran ist, dass Kinder, die noch am Anfang eines Reifeprozesses stehen, mit Zustimmung ihrer Eltern einer Manipulation ihrer Kinderseelen ausgesetzt sind, die es ihnen erschwert oder sogar verwehrt, sich zunächst vorurteilsfrei ein Bild von der Welt zu machen und erst dann – mit Erreichen der Religionsmündigkeit – darüber zu entscheiden, welchen Weg sie im Leben gehen wollen.

Besonders unheilvoll ist in diesem Zusammenhang auch die Lehre von der ‚Erbsünde‘, der zufolge jeder Mensch mit einer Erbsünde belastet auf die Welt kommt (die sich aus dem ‚Sündenfall‘ von Adam und Eva herleitet) und zu seinem „Heil“ auf die Gnade Gottes angewiesen ist.

Ich erspare es mir, diese zum Glaubensdogma erhobene Lehre hier näher darzustellen, da die Erzählung vom Sündenfall im Paradies antikem Gedankengut entspricht und von vielen Menschen heute (im Licht der Evolutionstheorie) als höchst obskur angesehen wird. Für sie ist die Vorstellung, dass Gott Adam und Eva als erste Menschen erschaffen hat und diese in einem ‚Paradies“ gelebt haben, aus dem sie von Gott vertrieben worden sind, weil sie gesündigt haben, und diese Schuld sich auf alle nachfolgenden Generationen vererbt, völlig absurd. 

Für naiv Gläubige hingegen sind das keine Hirngespinste. Sie mögen als Erwachsene glauben, was sie wollen. Allerdings dürfen Kinder, die in Glaubensangelegenheiten noch nicht die Reife haben, sich über – fragwürdige bzw. abwegige – Glaubensinhalte von Religionen eine abgewogene Meinung zu bilden, nicht einer kirchlichen Indoktrination ausgesetzt werden, die in ihrem Seelenleben schweren Schaden anrichten kann. 

Der Psychologe Franz Buggle berichtet in seinem Buch ‚Denn sie wissen nicht, was sie glauben oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann‘ über wissenschaftliche Erkenntnisse, nach denen die Lehre von der Erbsünde bei Kindern tiefe Ängste und Schuldgefühle hervorrufen kann, wenn ihnen im Rahmen der Beichte ihre Sünden von Geistlichen vorgehalten werden (dazu gehören z.B. alle Verstöße gegen die katholische Sexualmoral, auch das Verschweigen von sündhaftem Verhalten etc.) und ihnen gesagt wird, dass ein sündiges Leben ewige Höllenqualen zur Folge haben kann.

Fazit: Junge Menschen können nicht nur als Folge religiöser Indoktrination in ihrer geistigen Entwicklung Schaden nehmen, sie werden auf die beschriebene hoch bedenkliche Weise (durch eine sowohl manipulative als auch weitgehend unwiderrufliche Einflußnahne auf ihre geistige Entwicklung) auch um das ihnen nach unserer Verfassung nach Artikel 1 GG (Wahrung der Menschenwürde) i.V.m. Art.4 Abs.1 GG (Freiheit des Glaubens) zustehende Recht gebracht, über eine höchst persönliche Entscheidung in ihrem Leben nach Erreichen der Religionsmündigkeit (mit 16 Jahren) unvorbelastet selbst entscheiden zu können. Das sollte von verantwortungsbewussten Eltern bedacht werden!


Die Kriminalitätsgeschichte der Katholischen Kirche


Die Katholische Kirche hat in ihrer langen Geschichte viel Unheil über die Welt gebracht. Sie war ständig bestrebt, ihre Macht – wenn nötig unter Anwendung von brutaler Gewalt – zu festigen und auszuweiten und sie ist dabei weder vor der Unterdrückung und Vernichtung ganzer Volksgruppen noch vor Mord an völlig unschuldigen Menschen zurückgeschreckt.

Im Namen der Kirche und ihr direkt zurechenbar sind viele grauenhafte Dinge passiert, insbesondere:

– durch blindwütigen Hass auf Juden ausgelöste Pogrome,
– die mörderische Verfolgung von Ketzern, Hexen, Ungläubigen (Inquisition),
– die extrem grausame Durchführung von Kreuzzügen,
– die zwangsweise Missionierung und grausame Unterdrückung ganzer Völker.

An etlichen dieser Gräueltaten maßgeblich beteiligt waren ‚Brüder‘ christlicher Ordensgemeinschaften, die – in ihrem exzessiven Wahn – glaubten, damit einem gottgefälligen Zweck zu dienen.

Einen an Unmenschlichkeit wohl nicht zu überbietenden Höhepunkt religiösen Irrsinns stellt die Rechtfertigung der Hexenverfolgung unter Anwendung von grausamen Folter- und Hinrichtungsmethoden im sog. Hexenhammer dar (Erstveröffentlichung 1486 durch den Dominikaner Heinrich Kramer).

Die darin enthaltenen Verfahrensregeln sind im Mittelalter über mehr als 150 Jahre im Rahmen von Hexenprozessen zigtausendfach angewandt worden und haben in den meisten Fällen zur Verurteilung und zum qualvollen Tod unschuldiger Opfer geführt (Nachweise bei Karlheinz Deschner).

Zu erwarten wäre, dass sich die KK in tiefer Scham und Demut rückhaltlos zu dem begangenen Unrecht bekennt und alles dafür tut, um diesen Teil ihrer Vergangenheit aufzuklären, dafür die Verantwortung zu übernehmen und den Opfern ein bleibendes Gedenken zu widmen.

Was aber macht die KK? Statt sich zu ihrer Verantwortung offen zu bekennen, unternimmt sie alles, um das von ihr zugefügte Unrecht zu verharmlosen und möglichst durch ‚Totschweigen‘ in Vergessenheit geraten zu lassen

Nachweise bei Karlheinz Deschner in ‚Abermals krähte der Hahn‘


HeiligeBücher enthalten Botschaften, die in heutiger Zeit rational nicht mehr vermittelbar sind. Sie sollten nicht unkritisch gelesen werden.

Veröffentlicht von Jürgen Lipki

Jürgen Lipki, Pensionär Jurist, vormals Leiter einer Jugendstrafanstalt in NRW

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