Der Autor und sein Buch

Vorwort:

Die Katholische Kirche gilt heute vielen Menschen als eine von einem antiken Weltbild geprägte Glaubensgemeinschaft, die im Verdacht steht,
zulasten von Vernunft und Verstand einen reinen Aberglauben zu verbreiten. Sie stößt damit zunehmend in der Gesellschaft auf Ablehnung und Kritik.
Diese richtet sich nicht nur gegen ihre Glaubenslehre und ihre antiken Moralvorstellungen, sie nimmt auch Bezug auf ihre kriminalitätsbelastete Geschichte und ihre autokratischen und patriarchalischen
innerkirchlichen Strukturen. Hinzu kommt noch die Kritik am Auftreten der Kirche in besonders Anstoß erregenden Fällen.

Mit diesem Buch sollen alle jene Leser angesprochen werden, die aufgeschlossen sind für eine rationale Kritik an der Katholischen Kirche und ihrer Glaubenslehre. Der Autor möchte mit diesem
Buch vor allem auch junge Eltern erreichen, die über die religiöse Erziehung ihrer Kinder Entscheidungen zu treffen haben. Bedenken Sie, dass bei Kindern in einem Alter, in dem sie noch nicht über die geistige Reife verfügen, in der religiösen Erziehung eine gewisse Zurückhaltung geboten ist.

In einer Gesellschaft, die sich die Wahrung der Menschenwürde in ihrer Verfassung zum obersten Ziel gesetzt hat, ist das Selbstbestimmungsrecht aller Menschen ein hohes Gut. Das hat nach meinem Rechtsverständnis Auswirkungen auf das Erziehungsrecht der Eltern und zwar insoweit, als sie
bei der Erziehung Rücksicht auf das Recht ihrer Kindern nehmen müssen, hoch wichtige Entscheidungen in ihrem Leben zu gegebener Zeit selbst treffen zu können.

Dieses Recht ist tangiert, wenn Eltern eine weitreichende, häufig nicht rückgängig zu machende Vorentscheidung über die religiöse Orientierung
zulasten ihrer Kinder treffen. Ich denke dabei vor allem daran, Kinder in jungen Jahren nicht einer hoch problematischen religiösen Indoktrination durch Geistliche auszusetzen, die, wie ich zeigen werde, negative Folgewirkungen für ihr ganzes spätere Leben haben kann.

Außerdem: Warum sollen Kinder – wie das wohl in der Welt die häufig nicht hinterfragte allgemeine Regel ist – den Glauben der Eltern annehmen, wo es ihnen doch ansonsten freisteht, sich über alle wichtigen Dinge im Leben im Verlauf ihrer Entwicklung eine eigene Meinung zu bilden und ihr Leben später selbstbestimmt zu gestalten. Eltern sollten dies bedenken und dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder in einem Klima von Weltoffenheit aufwachsen und dabei einen kritischen Blick entwickeln auf Alles, was in
der Welt an irrationalen, unwahren und unbewiesenen Behauptungen Verbreitung findet.

Dieses Buch ist keine Kampfschrift gegen einen religiösen Glauben. Auch der Autor dieser Schrift fragt sich, ob es jenseits der Erscheinungen in dieser Welt etwas gibt, aus dem alles entstanden ist und das eine Erklärung für das Entstehen der Welt und der Spezies Mensch liefert. Allerdings wird sich dieses Rätsel aus rationaler Sicht nie lösen lassen. Folglich macht es
keinen Sinn, sich zur Lösung metaphysischer Fragen auf wilde Spekulationen zum Ursprung und Sinn dessen, was ist, einzulassen oder fragwürdigen
Offenbarungen bzw. absurden religiösen (und metaphysischen) Phantastereien Glauben zu schenken.

Religionen enthalten unbestreitbar auch Botschaften, die es verdienen, als universal gültige ethische Aussagen gewürdigt zu werden. In diesem Buch geht es allerdings vorrangig um jene Glaubenssätze, die heute aus kritischer Sicht vernunftgeleiteten Menschen nicht mehr vermittelbar sind. Darüber möchte der Autor am Beispiel der Glaubenslehre der Katholischen Kirche aufklären.

Da der Autor mit dieser Schrift auch die Absicht verfolgt, für einen unverfälschten realistischen Blick auf die Welt zu werben, sind im Anhang noch zahlreiche Statements zu religiösen Lehren und philosophischen Thesen aufgenommen, die mit dem Bild des Autors von der einzigartigen geistig-seelischen Natur des Menschen nicht vereinbar sind.